29. März 2018, Fitness und Nahverkehr

„Denk immer dran“, hat er gesagt. „Wie sagte Daniel Bryan: ‚Fight for your dreams, fight for your dreams, fight for your dreams. And if you fight for your dreams, your dreams will fight for you!’“ Scheißdreck! Doch leider hatte Maik recht.

Hallo Welt,
ich bin´s wieder. Jenni. Jetzt aus dem Schwabenländle. Nein, richtig gelesen. Ich hab meine Stadtwohnung in München aufgegeben. Meinem München. Es fehlt. Aber nun bin ich hier. Am Bodensee. Eigentlich direkt eigentlich am See. Objektiv betrachtet. Und was soll ich sagen? Es hat sich viel getan. Ein neuer Start. Von der Stadt in die Pampa.

Alles auf Anfang

Nein so schlimm ist es natürlich nicht! Und mein Start hier lief besser als gedacht. Aber von Anfang an: Ich hab meinen Job als Redakteurin vorerst an den Nagel gehängt und habe die Schreibtischseiten gewechselt. Jetzt arbeite ich als Pressesprecherin eines globalen Technologie-Konzerns aus Deutschland. Ich kann mir mittlerweile meine eigene Bude leisten, bin näher in Richtung Maik gezogen, oder eher an ihm vorbei (also so geografisch betrachtet). Wer sich nicht an Maik erinnert: Partner in allen Lebenslagen, Händchenhalter, Wieder-auf-den-Boden-der-Tatsachen-Holer; kurzum: Traummann. Und seit dem Umzug im Dezember ist alles irgendwie anders. Der Tagesablauf, die Arbeit, die Kollegen, ja, generell die sozialen Kontakte. Vieles hat sich auf Whatsapp und auf´s Telefon verlagert. Aber immer öfter komme ich nach Hause und genieße die Stille. Und die Ruhe. Und dass ich keine Telefone mehr sehen muss.

Bodensee_Schwabenländle
Tausche Viktualienmarkt gegen Weinhang – Neue Heimat: Bodensee. 

Prinzipiell bin ich jetzt mehr beruflich unterwegs. Das ist aber nicht schlimm. Schlimm ist allerdings mein Gewicht auf der Waage. Höchststand seit fünf Jahren. Den Grund kenn ich: Zu viel Essen, zu wenig Bewegung, aber hauptsächlich schmeckt´s mir momentan einfach unheimlich gut. Am Anfang habe ich das noch auf die ganze Eingewöhnung etc. pp geschoben. Aber mittlerweile zieht das nicht mehr. Apropos „ziehen“: Beim Anziehen bekomme ich derzeit eine ähnlich mittelschwere Krise. All meine Kleider Gr. 38 – für die Katz! Und shoppen? Keine wirkliche Option! Obwohl ich schon wahnsinnig viel Geld für Klamotten ausgegeben habe. Und da wir grad von Geld sprechen: Will man sich hier in einem gescheiten Fitness-Studio anmelden, braucht man zum einen Zeit und zum anderen muss man das Preis-Leistungsverhältnis aus der Großstadt ignorieren, das man all die Jahre gewohnt war. Acherje, München, du fehlst mir so!

Einmal Fitnessstudio zum Mitnehmen bitte

Bei den Fitnessstudios hier ist es wie mit dem öffentlichen Nahverkehr: Du zahlst für etwas, von dem du nicht weißt, wo du gerade genau eingestiegen bist, und im Prinzip weißt du erst, wo du hin willst, wenn dich der Busfahrer raus schmeißt, weil „das jetzt eben die Endstation isch“. Na Prost Mahlzeit! Dazu aber später mehr.

Wie Maik und ich Donnerstagabend also die zahlreichen Angebote der Fitnessstudios durchgingen, die ich in der letzten Zeit besucht hatte, wurde ich ziemlich schlecht gelaunt. Denn noch nie in meinem Leben habe ich mich bei der Wahl des Trainingsortes so schwer getan. Aber wie ich schon in meinem Eintrag vom Januar 2017 beschrieb, ist mir mein Trainingsort sehr wichtig. Ich muss vor allem gerne hingehen. Aber nach fünf Studios kann ich einfach keine wirkliche Entscheidung treffen. Deswegen hab ich Maik gefragt, der wie immer alles ganz sachlich sah. Seiner Meinung nach soll ich mir einfach noch ein Studio anschauen und mich dann für das zu entscheiden, bei dem ich meiner Meinung nach die wenigsten Abstriche mache. Aber sich einfach aus dem Bauch heraus und kopflos für etwas zu entscheiden, wäre in jedem Fall keine gute Lösung.

Und dann zitierte er Daniel Bryan, Wrestler und ehemaliger WWE-Champion, der wegen einer Nackenverletzung vor einigen Jahres seine Karriere im Ring beenden musste. Jetzt hat er jedoch seine Rückkehr (in einer sehr emotionalen Ansprache) verkündet. (und jeder der sich denkt, Wrestling ist eh nur geschauspielert: Bist du schon mal von einem Seil im Ring gesprungen, hast dich einmal kopfüber gedreht und bist mit dem Rücken voll auf den knallharten Ringboden gedonnert? Nein? Dann halt gefälligst…). In diesem Zusammenhang sagte Maik also so zu mir: „Fight for your dreams, fight for your dreams, fight for your dreams. Only if you fight for your dreams, your dreams will fight for you!“

Ein Kommentar

  1. Stefanie Linhardt sagt:

    Recht hat er der Maik 😘

Kommentare sind geschlossen.